
Haltung
Degus lieben es, eng beieinander zu liegen, zu kuscheln und in Gruppen mit klarer Rangordnung zu leben. Sie pflegen den sozialen Kontakt zu ihren Artgenossen intensiv und widmen ihrer Gruppe einen grossen Teil ihres Lebens. Deshalb sollten Degus niemals alleine gehalten werden.
Ein einzeln gehaltener Degu wirkt oft deutlich ruhiger, lebloser und gelangweilter als Tiere, die in einer Gruppe leben. Jeder Degu besitzt einen eigenen Charakter, der sich mit der Zeit teilweise an die Gruppe anpasst. Dennoch kann es vorkommen, dass sich zwei Artgenossen nicht verstehen, da zwischen ihnen keine Sympathie besteht oder beide ihren Rang innerhalb der Gruppe durchsetzen möchten.
Geeignete Einrichtung:
- Kork, Weinreben, Wurzeln, Bambus
- Trockene Äste
- Alle Röhrenarten Ø min. 10 cm (Durchmesser)
- Holzhäuschen ohne Lackierung/Versiegelung oder mit Spielzeuglack
- Hängebrücken oder Tunnel
- Ton-Röhren oder Töpfe
- Hängematten
- Kokosnüsse
- Äste und Wurzeln
- Holzröhren
- Holzkugel zum aufhängen
- Weidenkugel
- Zerknülltes Papier, WC-Rollen
- Wühlkiste mit verschiedenen Blättern, Heu, Futter, Ästchen
- Weidentunnel
Degus sind sehr aktive Nagetiere und nagen nahezu alles an, was nicht niet- und nagelfest ist. Ich halte meine Degus in einem selbst gebauten Gehege mit grossem Panoramafenster. Dieses wurde aus OSB-Platten gefertigt. Die Platten habe ich mit wasserbasiertem, speichelechtem Kinderlack gestrichen und zusätzlich mehrere Etagen mit Treppen eingebaut. An allen Ecken und Kanten wurden Winkelleisten montiert, um das Gehege besser vor dem Annagen zu schützen.
Ich verzichte vollständig auf den Einsatz von Plastik – weder am Käfig noch bei der Einrichtung. Wenn Degus Plastik anknabbern und Teile davon verschlucken, kann dies zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen und beispielsweise den Magen-Darm-Trakt verletzen oder beschädigen.
Ein Aquarium allein reicht nicht als Unterkunft für Degus aus. Wenn ihr jedoch selbst ein Gehege bauen möchtet, eignet es sich hervorragend als stabile Bodenfläche. Degus sind Bodenbewohner und lieben es zu graben, Nahrung zu verstecken und Tunnelsysteme anzulegen. Gleichzeitig sind sie aber auch ausgezeichnete Kletterer. Ermöglicht ihnen deshalb beides – so bleiben die Tiere ideal beschäftigt und haben genügend Freiraum, um sich ein eigenes Zuhause zu gestalten.
Als Mindestgrösse für 2–3 Degus empfehle ich ein Gehege mit den Massen 120 × 50 × 100 cm (L × B × H). Doch wer lebt schon gerne auf engstem Raum? Gönnt euren Tieren ein grosszügiges, schönes und sauberes Zuhause.
Terrarien in diesen Mindestmassen sind meist sehr teuer. Es kann keine Zugluft entstehen und es entsteht keine grosse Sauerei, wenn die kleinen meinen, Sie müssten die Einstreu im Zimmer verteilen.
ES gibt echt tolle Vogel-, Chinchilla- oder Streifenhörnchen-Volieren im Handel. Bei Folieren ist ein grosser Pluspunkt, dass ganz einfach ein Trenngitter montiert werden kann. Hier muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Gitterabstände nicht zu groß sind. Ebenfalls müssen noch einige Volletagen verbaut werden.





Nestbau
Damit sich die Degu’s ein heimeliges Nest bauen können, empfehle ich nachfolgende Baustoffe zum Nestbau zur Verfügung zu stellen:
- Heu
- Stroh
- Taschentücher
- Toilettenpapier
- Hanfmatten
- Zeitungspapier
- Holzwolle
- Stoffe
Einstreu
Es gibt inzwischen sehr viele verschiedene Einstreu-Produkte.
Geeignet sind:
- Sägespäne
- Leineneinstreu
- Hanfeinstreu
- Buchenholzgranulat
Erde, Baumwoll-Einstreu und Hanfmatten können alternativ ebenfalls eingesetzt werden.
Nicht geeignet sind:
- Blumenerde
- Pellets
- Katzenstreu
- Zeitungschnipsel
Der richtige Standort
Direkte Sonne lieben sie. Sie geniessen es, in den warmen Sonnenstrahlen zu liegen und sich zu strecken. Deshalb kann der Käfig ruhig etwas Sonnenstrahlen abbekommen. Jedoch sollte er nicht komplett in der prallen Sonne stehen, da die Tiere sonst einen Hitzschlag erleiden könnten. Dies gilt besonders zu beachten, bei Terrarien.
Stickige und feuchte Räume gilt es zu vermeiden. Jedes Tier benötigt frische Luft. Degus mögen lebhafte Räume, da sie die Umgebung gerne beobachten. Raucherorte, laute Musik, Trubel, Zugluft und direkte Heizung sollte vermieden werden.



