Vergesellschaftung

Vergesellschaftungen von Degus müssen nicht immer einfach verlaufen.  Oft können diese einige Zeit in Anspruch nehmen und wie auch die Nerven von den Deguhalter. Jedoch kann es auch ganz einfach verlaufen.

Da Degus nicht alleine gehalten werden sollen, kommen viele Deguhalter einmal an diesen Punkt eine Vergesellschaftung durchzuführen.Es kann auch vorkommen , dass eine bestehende Gruppe sich plötzlich zerstreitet und die Degus getrennt werden. In vielen Fällen, ist die Trennung gerechtfertigt manchmal aber, reagieren wir Menschen einfach  zu schnell obwohl dies  nicht nötig ist. Besonders Degus die in der Flegelphase ( Ab 12 Wochen – bis ca 2 Jahre) haben öfters Rangkämpfe, die in den meisten Fällen harmlos sind. 

 

Foto von Nathalie F.
Nathalie F.

Was sind Rangkämpfe?

Rangkämpfe kommen bei jungen Degus wie auch bei älteren Degus vor. Hier gehts es nur um die Rangordnung im Käfig. In den meisten Fällen sind diese nicht bösartig müssen aber durchgeführt werden. Schliesslich muss geklärt sein, wer welche Stellung hat in diesem Käfig. Bei Rangkämpfen kann es auch laut werden. Die Degus jagen sich, versuchen gegenseitig aufzureiten, beißen oder kratzen sich dabei auch gerne mal. ( Die Bisse sind oft am Schwanz, Pfoten, Ohren, Nase, Gesicht, Rücken) Gerade diese Kämpfe sind in der Flegelphase viel zu beobachten und viele Deguhalter, sehen dies als etwas bösartiges an und trennen die Degus. 

  • Aufreiten / Oft wird der Po hingestreckt und in die Höhe galten
  • Markieren von anderen Degus
  • Boxen
  • Schwanzwedeln
  • Zähneklappern-/ knirschen
  • Anspringen 
  • Nachlaufen
Diese Kämpfe nenne ich jeweils Streitkämpfe/ Futterneid. 

Was ist ein Revierkampf? 

Diese Kämpfe treten in der Regel bei Vergesellschaftungen, Pubertät oder wenn ein neuer Käfig bezogen wird auf. Es kann aber auch ganz plötzlich auftreten, meist für uns Menschen nicht nachvollziehbar. In der Natur würden Revierkämpfe damit enden, dass einer der Degus aus dem Revier betrieben wird. Bei uns Zuhause im Käfig, ist das nicht möglich da sie nicht einfach die Käfigtür aufmachen können. Somit können diese Kämpfe tödlich enden. Die Anzeichen sind hier eindeutig: Bisse im Bereich der Kehle oder am Bauch und Dauerjagen ohne Pausen. Bei solchen Bissen oder Verhalten bitte trennen. 

Wann sollten Degus getrennt werden ? 

Bitte nicht zu früh trennen, Ruhe bewahren und beobachten! 

Degukämpfe können oft schlimm aussehen, es kann auch eine blutige Nase oder ein eingerissenes Öhrchen geben, ist jedoch wichtig, dass nicht zu früh getrennt wird. Bei harmlosen Streits, sollte immer wieder etwas Ruhe einkehren, sodass sich die Degus beruhigen können. 

Ich trenne meine Degus erst, wenn über einige Stunden permanent gejagt wurde, Bisse am Bauch,  Kehle, wenn einer der Degus extrem erschöpft ist oder wenn es viele Bisse gibt. ( Meist am Rücken) Wenn es zu Verkugelungen kommt, danach immer die Degus nach Bissen kontrollieren.  Kleinere Kratzer oder vereinzelte Bisse „sind ok“ und sollten nur desinfiziert und beobachtet werden. Bei Bissen bitte jeweils das Sandbad entfernen. 

Wenn ihr sie trennt, bitte immer mit einem Trenngitter abtrennen und nicht in einen separaten Käfig stecken. 

Wie trenne ich meine Degus? 

Bitte zieht jeweils Handschuhe an, wenn ihr die Degus trennen möchtet. Es kann durchaus sein, dass sie euch beissen weil sie so in rage sind. 

Wenn sie sich verbissen haben, bitte könnte ihr mit einem Stück Karton sie etwas trennen, mit einer Wassersprühflasche nass spritzen oder Lärm am Käfig machen. 

Welche Faktoren können zu streit führen? 

  • Krankheit eines Degus
  • Futterneid
  • Zu kleiner Käfig
  • Fehlende Hygiene
  • Rangordnung die neu gestellt werden soll
Foto von Nathalie F.
Foto von Nathalie F.

Es gibt verschiedenen Charakterarten innerhalb einer Gruppe

  • Alphatier: Der geborene Anführer der Gruppe. Er beschützt die Gruppe und entscheidet wer zur Gruppe gehören kann.
  • Wachhund: Der Wachhund, wie der Name schon verrät, der der die Übersicht hat. Er schläft meist abseits von den anderen und gibt mit einem laut Pfiff an, falls Gefahr herrscht.
  • Der schüchtere: Flieht oft vor allem.
  • Der Kuschler: Sind friedlich und kuscheln immer
  • Der Sportler: Bewegung und aktion muss stets im Käfig sein.
  • Der Pfleger: Kümmern sich um die älteren und schwächeren Tiere
  • Der Schläfrige: Meist sehr ruhig

Ich habe für mich festgestellt, dass das Vergesellschaften von älteren Degus einfacher verläuft als das von jüngeren Degus. Hier sind nicht alle der gleichen Meinung wie ich. Bis jetzt hatte ich immer sehr aufmüpfige Degus die in der Flegerlphasen waren. Heisst, die Vergesellschaftung verlief immer länger und etwas angespannter. Sobald aber die Degus das 2 Lebensjahr überschritten war, verlief die Vergesellschaftung wie gewünscht. Nebst einer gewissen Zeit mit Trenngitter, verlief die Zusammenführung immer sehr ruhig ab ohne schweren Verlauf. 

Laut vielen Züchtern, lassen sich Degus bis 12 Woche sehr gut mit älteren Degus vergesellschaften. Die älteren Degus übernehmen die Erziehung und die Jungtiere unterwerfen sich meistens der älteren.  

Vergesellschaftungsmethoden

Es gibt verschiedene Vergesellschatungs-Methoden doch die, die sich bei mir immer am besten bewehrt hat ist die Trenngitter-Methode. 

Es gibt Zoofachgeschäfte die Trenngitter verkaufen, jedoch passen die meistens nicht in die Degukäfige. Heisst also selber schreinern oder schreinern lassen. Wichtig ist, dass auch während der Trenngitter Methode immer genügend Platz vorhanden sein muss für die Tiere. Natürlich wird es Einschränkungen geben, jedoch lasst den Tieren etwas Spielraum. Falls das Trenngitter montiert wurde, könnt ihr die Tiere beobachten. Meist ist eine gewissen Aufregung Vorhanden, dies ist aber normal. Um das ganze etwas zu beschleunigen setzte ich immer die Fress- und Trinkgefässe nahe beieinander beim Gitter, wie auch die Wärmelampe richtete ich so, dass beide Parteien von der Wärme abbekommen und nahe beieinander liegen müssen.

Durch das Trenngitter, können sich beide Parteien riechen, sehen, können beieinander liegen und auch quasseln. Man merkt sehr schnell ob die Gruppen sich sympathisch sind oder nicht. Dies erkennt man z.B daran, ob sie am Gitter eher aggressiv (Zähne knirschen oder Schwanz wedeln) verhalten oder am Gitter miteinander quasseln und kuscheln. Beiden Gruppen sollte jeweils ein Sandbad zu Verfügung gestellt werden, welches täglich mit der anderen Gruppe getauscht wird(damit die Tiere einen ähnlichen Geruch bekommen). In der Regel kann dies 1-6 Wochen dauern, bis die Parteien keinerlei Aggressionen mehr zeigen ( Schwanzwedelnd, Zähne knirschen, laut anfiepsen.) 

Wen der Zeitpunkt gekommen ist, könnt ihr beide Parteien zusammen setzten. Verstreut etwas Futter im Käfig, vielleicht sogar zwei Wasserschalen und Heu. Bei der ersten Zusammenführung nehme ich jeweils die Unterschlupfe raus, die nur einen Eingang haben. 

 Es wird definitiv zu Rangeleien untereinander kommen, da die Rangordnung geklärt werden muss. Bei jeder Vergsellschaftung stelle ich mir immer ein paar Dicke Handschuhe bereit zum eingreifen und eine Wassersprühflasche. Bitte erst trennen, wenn es zu Dauerjagen (ohne Pause), gezielten Kehlbissen, Degukugeln oder schlimmen Verletzungen kommt. Es wird auch bestimmt zu kleineren blutenden Verletzungen kommen, da Degus einfach scharfe Zähne und Krallen haben.

Wenn die Degus einander putzen und miteinander kuscheln, ist das schlimmste vorbei. Die nächsten Tagen solltet ihr sie weiterhin beobachten. 

Falls due Vergesellschaftung nicht so verläuft wie gehofft, die Degus wieder trennen mit dem Trenngitter und Wiederrum 1-2 Wochen getrennt halten inklusive Sandad wechsel. 

Weitere Vergesellschaftungsmethoden findest du unterstehend. 

Krach im Käfig aber ausserhalb die besten Freunde?

Leider musste ich bereits mehr als einmal die Erfahrung machen, dass meine Degus sich im Käfig innen krachten, jedoch ausserhalb die besten Freunde waren. Erstmal sollten die Masse des Käfigs unter die Lupe genommen werden. Haben sie genug Platz?! Mindestens der Norm entsprechend? Ebenfalls spielt das Alter der Degus auch eine Rolle. Falls sie unter 2 Jahre alt sind, kann dies noch des öfteren vorkommen. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, dass wen es zu Streitereien im Käfig kommt, man einfach mal die Käfigtür aufmacht und ihnen eine kleine Treppe baut, die sie selber für rein und raus benutzten können. So frech und neugierig wie sie sind, werden sie die Gegend erkunden. Denkt aber bitte daran, Degus sind Nagetiere und fressen euch alles an. Daher Kabel ausstecken und gut verräumen. Sobald die Degus rein-raus marschieren fühlten sie sich immer pudelwohl. Und nach einer gewissen Zeit, als alle wieder drin waren, schloss ich die Käfigtür und im Stall herrschte absolute Ruhe.