
Ungewollter Nachwuchs
Willkommen bei diesem kleinen Ratgeber für die Deguhalter, die wie jeden Tag in den Käfig schauen und Degubabys entdeckt haben – Und dies ungewollt.
Vorab, dies ist kein Einzelfall. Ich erhalte immer wieder Mails von Privatpersonen die dies erleben. Wichtig ist, ruhig bleiben und vernünftig handeln.
Folgende Punkte muss du beachten:
Sonstiges
- Um Gefahren und Stürze und sonstige Gefahren für die Jungen zu vermeiden, sollte das Nest auf die unterste Etage verlagert werden, Laufrad und der Wassernapf sollten auf eine obere Etage gestellt werden.
- Bei Käfigen mit einem grösseren Gitterabstand als 1 cm, sollte ein weiteres Gitter montiert werden.
- Die Geschlechtsbestimmung darf bereits ab dem 1. Tag durchgeführt werden.
- Macht euch Notizen zu den Jungtieren wie, Geburtsdatum, Geschlecht. Färbung, Verhalten.
Wie geht es der Mutter
Beobachtet das Muttertier während der nächsten 7 Tage. Folgende Anzeichen folgen, wenn etwas nicht stimmt:
- Gewichtsabnahme
- Teilnahmslosigkeit
- Lässt sich kaum blicken
- Aggressivität
- Ausfluss aus der Scheide
Während der Säugezeit hat die Degumutter einen hohen Eiweissbedarf. Folgendes deckt diesen Bedarf ab:
- Hafer
- Walnüsse
- Pinienkerne
- Cashewnüsse
Verhalten der Jungen
Kurzer Zeit nach der Geburt laufen die Jungen vor dem Nest herum. Dies aber noch auf sehr wackligen Füssen. Man hört öfters ein Fiepen der Jungtiere, die so die Mutter und die anderen Degus im Käfig auf sich aufmerksam machen. Bereits in den ersten 7 Tagen, laufen die Jungtiere im ganzen Käfig umher und klettern bereits schon. Bitte beachtet, dass die Käfigeinrichtung Kindersicher gemacht werden muss. Jungtiere können noch nicht gut balancieren oder rutschen schnell ab.
- Das Geburtsgewicht liegt bei 10 – 20 g.
- Die Jungtiere werden 2-4 Wochen von der Mutter gesäugt
- Bereits während der Säugezeit nehmen die Jungtiere Heu und andere feste Nahrung zu sich
Was tun mit dem Vater
Sobald ihr festgestellt habt, dass ihr ein unkastriertes Männchen unter Weibchen habt, bitte trennen. Deguweibchen können unmittelbar nach der Geburt wieder gedeckt werden. Auch wenn das Männchen vorübergehend in der Badewanne oder in einen kleineren Käfig untergebracht werden muss.
Ihr habt drei Möglichkeiten um dem Männchen ein artgerechtes Leben zu schenken.
- Ihr besorgt euch einen artgerechten Käfig und vergesellschaftet ihn mit anderen männlichen Degus.
- Ihr lasst ihn kastrieren und er darf wieder zurück zu seiner/seinen Damen.
- Ihr sucht für ihn ein neues und schönes Zuhause
Angabe der Jungtiere
- Die Jungen dürfen ab der 7. Woche das Mutternest verlassen und umziehen
- Ab der 7. Woche, sollte vorsichtshalber die Geschlechtertrennung vorgenommen werden
- Bei der Abgabe, bitte informiert euch bei den neuen Halte rüber Käfiggrösse und wie gross das Rudel sein wird. Nicht, dass einer der Jungtiere alleine oder nicht artgerecht halten wird.
Ich lege jedem Deguhalter ans Herz, immer die Geschlechter noch selber zu bestimmen, wenn ihr eine Gruppe oder einen einzelnen Degu in euer Daheim holt. Es ist leider keine Seltenheit, dass sich plötzlich herausstellt, dass einer Degu nicht das gedachte Geschlecht hat.
Im Jahr 2020 war ich bei einer freiwilligen Aktion vom Tierschutz dabei, wo eine Deguzucht ein unkontrolliertes Ausmass nahm. Angefangen von sechs Degus, endete es mit gezählten dreihundert Degus. Darunter waren sehr viele Krank und viele mussten leider eingeschläfert werden.
Im Jahr 2022 kam eine Privatperson auf mich zu mit einem ähnlichen Vorfall. Jedoch handelte es sich hier nicht um eine Zucht sondern, dass unter den gedachten 5 Weibchen, sich ein männliches aufhielt und dieses hat die anderen vier geschwängert. Aus all den Würfen waren es nun schon 25 Degus. Da sie nicht wusste, dass die Mütter kurz nach der Geburt wieder gedeckt werden können und ab wann die Jungen nach Geschlecht getrennt werden müssen, folgten weitere Würfe. Am Schluss hausten rund 70 Degus in Käfigen und rund 100 Degus in der Wohnung. Die benötigte Unterstützung von den Behörden kam eher spät. Mehrer freiwillige Helfer über einige Tagen verteilt, waren damit beschäftigt. die freilaufenden Degus zu einzufangen, nach Geschlechtern zu trennen, Würfe zu zählen und zu dokumentieren, Tode Degus zu sammeln, kranke und verletzte Tiere zu trennen. Dank vielen Privatpersonen die Degus aufgenommen, Tierheime die welche bei sich stationiert haben und Auffangstationen die Degus zu sich genommen haben, konnten 136 Degus umziehen und leben nun in einem artgerechten Zuhause.
Selbstverständlich, haben diese Personen einiges falsch gemacht und doch, hatte ich ihnen nie vorwürfe gemacht. Die Personen litten sehr unter den Umständen. Besonders weil sie wussten, dass die Tiere litten.